C I M P / C A D E N C E (Redwood, NY) - BAD ALCHEMY REVIEW
Skandinavische Jazzsängerinnen haben eine eigene Tradition, von Karin Krog und Monica Zetterlund bis Rebekka Bakken, Beady Belle,Kari Bremnes, Sidsel Endresen, Rigmor Gustafsson, Solveig Slettahjell und Viktoria Tolstoy. Für Sophie Dunér (*1969, Gothenburg), die jell mit ihrem SOPHIE DUNÉR QUARTET für ihr Leaderdebut The Rain in Spain (CIMP #341) in den Spirit Room anreiste, sprechen einige Pluspunkte. Zuerst ihr Mezzosopran, so blond wie sie selbst. Erfahrungen, die sie in den 90ern sammelte, als sie in Boston ihr eigenes Orchester leitete. Und die Projekte mit Komponisten wie Guillermo Klein, Manuel Ceide, Jürg Wickihalder und Laura Andel, bei denen sie ihre Crossoverversatilität zeigen konnte, die sich nicht auf das Flöten von Nationalhymnen beschränkt. Für ihr zusammen mit dem Gitarristen Rory Stuart, Matt Penman am Bass und der Percussion von Kahlil Kwame Bell intoniertes Programm mischte sie Opas Jazz-Goodies wie ‚Caravan‘, ‚Lush Life‘, ‚Mack the Knife‘, ‚Lonely Woman‘ oder ‚Paris Blues‘ mit eigenen kessen Songs. Über einen ‚Jack the Ripper‘, den sie mit Sadomasoaugenaufschlag als „naughty boy“ und vampire sweetheart“ ansäuselt, genauso wie den Typen, der „came along pulling me up the stairs / Twisting all my brains inside and out“ (Up Again). Gleichzeitig schwärmt sie tough von ‚Marionettes‘, die „are good to have in bed“ und überhaupt ‚multiple useful‘. Aber der Regen in Spanien hat, so scheint es, solche Selbstüberschätzung längst aufgeweicht. Von der großen Liebe bleibt dann bloß der Käfig für ‚Two Time Losers‘, denen das Lächeln längst gefroren ist. Ebenso wie mir über die ‚natürliche‘ Klangphilosophie à la CIMP, die mich jedes des Mal dazu bringt, an meinem Gehör zu zweifeln und am Volumeknopf knopf zu schrauben. Aber wozu klagen? Soo kirre macht mich das Ikeagesäusel der schwedischen Blondine eh nicht.